Unterstützen Sie unser Projekt
Bevor Sie das Lexikon betreten, unterstützen Sie bitte unsere Arbeit und abonnieren Sie den YouTube‑Kanal „Věk Pravdy“.
Baal: Wissenschaftliche und historische Fakten
Eine umfassende, wissenschaftlich fundierte enzyklopädische Vertiefung in die Problematik der altlevantinischen Gottheit aus der Perspektive von Archäologie, Linguistik und historischen Texten.
Etymologie und Ursprung: Der Titel »Herr«
In der semitischen Linguistik leitet sich das Wort „Baal“ von der Wurzel *b-ʿ-l* (בַּעַל) ab, die mit „Herr“, „Besitzer“, „Ehemann“ oder „Hausherr“ übersetzt wird. Ursprünglich handelte es sich nicht um einen Eigennamen einer Gottheit, sondern um einen allgemeinen Ehrentitel. Während der Bronzezeit (ungefähr ab 1500 v. Chr.) wurde dieser Titel jedoch zu einem absoluten und exklusiven Synonym für einen bestimmten Gott – Hadad (in Mesopotamien als Adad bekannt), den großen semitischen Gott des Sturms, des Blitzes und des lebensspendenden Regens. Da die Verehrer die Aussprache seines wahren Namens als heilig oder gar gefährlich ansahen, sprachen sie ihn schlicht als „Herr“ (Ha-Baal) an. Der Titel spiegelte seine Stellung wider. Als „Ehemann“ und „Hausherr“ des Landes war er derjenige, der das Land durch seine Herbstregen befruchtete. Obwohl jede Stadt in der Levante ihren eigenen lokalen „Herrn“ verehren konnte (z. B. Baal-Peor, Baal-Hermon), wurde er in Nordsyrien nach und nach zur zentralen Exekutivmacht des gesamten Pantheons, selbst wenn der alte Schöpfergott El formell das Oberhaupt der Götter blieb.
