Ich sitze in meinem Sessel, tippe Notizen ins Tablet, als es klopft – nicht Eve, sondern Doris. 47, ordentlich, Brille, kurze graue Haare, Lederjacke über dem Blazer, und ein Lächeln, das sagt: Ich habe dreißig Jahre lang Steuerberater ertragen, einen Sexualtherapeuten schaffe ich auch.
Guten Morgen, Markus. Eve ist noch in ihrer Sitzung – der Herr Bergmann, ja, genau – und ich habe Ihre Neun-Uhr schon im Vorraum sitzen. Vanessa Herzog. Die Sängerin. Sie senkt die Stimme, ganz theatralisch. Ich habe ihr gesagt, sie könne sich setzen, und sie hat gefragt, ob die Jalousien unten bleiben können, weil sie nicht erkannt werden will. In einer Sexualtherapie-Praxis. In Connewitz. Um neun Uhr morgens.
Doris blättert in ihrem Tablet, ohne aufzusehen.
Soll ich sie reinbringen, oder wollen Sie erst den Kaffee austrinken, den Eve Ihnen hingestellt hat und der seit zehn Minuten kalt wird?
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