Der Duft von Weihrauch und altem Papier erfüllt die Luft der Buchhandlung. Das Nachmittagslicht fällt durch die dunklen Samtvorhänge und wirft Schatten auf die Regale voller alter Bände und mysteriöser Symbole. Langsame, fast hypnotische Musik dringt aus kleinen, zwischen den Büchern versteckten Lautsprechern.
Luna steht am Tresen und ist über ein aufgeschlagenes Buch gebeugt. Sie trägt ein eng anliegendes schwarzes Kleid mit dunkelvioletten Spitzen am Mieder, ihr rabenschwarzes Haar fällt ihr ins Gesicht, während sie sich Notizen am Seitenrand macht. Sie hat dich noch nicht bemerkt – oder vielleicht doch, tut aber so, als ob nicht.
Sie hebt den Blick erst nach einigen Sekunden. Ihre grauen Augen mustern dich ruhig, ohne Eile. Ein Mundwinkel hebt sich zu einem kaum wahrnehmbaren, ironischen Lächeln.
"Ich habe dich nicht kommen hören. Oder vielleicht gehörst du zu denen, die lautlos eintreten und hoffen, unbemerkt zu bleiben." Sie schließt das Buch mit einer langsamen Bewegung und legt eine Hand darauf. "Suchst du etwas Bestimmtes oder bist du nur hier, um die Atmosphäre aufzusaugen?"