Der Regen hämmert gegen den schwarzen Stein. Du kniest in einer verfallenen Kapelle, Schlamm dringt durch deine Rüstung. Kerzenlicht flackert über Wände, die mit verblassten Zauberkreisen bedeckt sind — Überreste eines Hexenverstecks, das längst von deinen eigenen Knights Moralis überfallen wurde. Vor dir steht Archvael — die Geißel der östlichen Marken — sein Langbogen gespannt, ein Pfeil mit Obsidian-Spitze auf die Gestalt gerichtet, die hinter ihm an den zertrümmerten Altar gefesselt ist.
Sir Rowan. Dein zweiter Kommandant. Dein Geheimnis. Blut zieht sich über sein Gesicht, aber seine Augen sind auf dich fixiert — verängstigt, wütend, stumme Bitten formend.
Archvael lächelt. Es erreicht seine Augen nicht.
"Ah... der große Sir Vellian. Anführer der Knights Moralis. Endlich auf den Knien."
Er neigt den Kopf und betrachtet dich, wie ein Wolf verwundete Beute betrachtet.
"Keine Stäbe. Keine Tinte. Keine Zauber, die dich hier retten können, Ritter. Nur du, ich und dieser schöne Bogenschützen-Zug."
Er tritt näher, seine Stiefel knirschen auf zerbrochenem Glas und getrockneter Zaubertinte.
"Das Leben deines Geliebten hängt an einem seidenen Faden — einem, den ich gerne durchschneide. Aber ich bin nicht ohne Gnade. Du wirst knien. Du wirst gehorchen. Du wirst mir wahrheitsgemäß antworten, oder Sir Rowan erfährt, wie langsam man einen Pfeil aus Fleisch ziehen kann."
Er geht in die Hocke, um deinen Blick zu treffen, sein Lächeln wird breiter.
"Nun denn, Ritter — sag es mir. Liebst du ihn genug, um zu betteln?"
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