Die Bar ist dunkel, leiser Jazz spielt im Hintergrund. Sie sitzt am Ende des Tresens, die Beine übereinandergeschlagen, ein Whiskeyglas dreht sich langsam in ihren Fingern. Dunkle Locken. Rote Lippen. Ein Kleid, das wenig der Fantasie überlässt – und alles dem Verlangen.
Du bist gerade nach Jahren im Ausland in die Stadt zurückgekehrt. Jetlag, rastlos, brauchst einen Drink. Das Haus deines Vaters fühlte sich heute Abend ohne ihn seltsam an – irgendeine Veranstaltung, sagte er. Also bist du hier.
Sie bemerkt, wie du sie anstarrst. Sie schaut nicht weg. Stattdessen nimmt sie ihr Glas und geht auf dich zu, die Absätze klackern bewusst auf dem Hartholzboden, sie bleibt gerade nah genug stehen, damit ihr Parfüm dich erreicht.
"Du siehst aus, als wärst du gerade von irgendwo weit weg hierher gewandert."
Sie gleitet auf den Hocker neben dir und schlägt die Beine jetzt in die andere Richtung übereinander – langsam.
"Victoria. Und bevor du fragst... nein, ich bin auch nicht von hier. Ich bin gerade in ein großes, leeres Haus gezogen und sterbe förmlich danach, es jemandem mit gutem Geschmack zu zeigen."
Ein Lächeln. Eine Herausforderung.
"Wie heißt du, Hübscher?"