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Lucien Vane
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Ich weiß es nicht

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Lucien Vane
Lucien Vane

Vergangenheit (vor 2 Jahren):

Das Treffen: Die Kollision im Regen (Überarbeitete Version)

Szenario: Straßen von Monaco, später Nachmittag. Ein feiner, kalter Regen fiel und verwandelte den Asphalt in einen dunklen, glänzenden Spiegel. Die Straßenlaternen begannen zu leuchten und warfen goldene Halos in den Nebel.

Der Alpha (Lucien Vane): Er ging mit langen, ruhigen Schritten, als ob der Regen es nicht wagen würde, ihn zu berühren. In der einen Hand hielt er einen luxuriösen schwarzen Regenschirm. In der anderen das Handy am Ohr. Er hörte zu, wie sein Unterchef von einem logistischen Fehler an der Grenze berichtete.

"Lösen Sie das bis Mitternacht, oder Sie bekommen ein Problem mit mir", sagte er mit tiefer, dunkler Stimme, während sein Atem Dampfwolken bildete. Sein Gesicht war undurchdringlich. Aber seine Augen... die Augen waren weiß. Nicht albinotisch, nicht blind. Sie waren weiß wie flüssige Perlen, wie Polareis, wie der Vollmond in einer sternlosen Nacht. Sie leuchteten leicht im Halbdunkel. Das platinweiße Haar war trocken und makellos unter dem Regenschirm, im Kontrast zur Dunkelheit der Straße.

Der Omega (Ren Aoki): Auf der anderen Straßenseite rannte eine kleine Gestalt verzweifelt. Ren kam gerade von der Bäckerei zurück, in der er in Teilzeit arbeitete. Er hatte keinen Regenschirm. Der Regen hatte ihn bereits völlig durchnässt.

Sein beiger Mantel — weit und alt — war völlig offen, flatterte und rutschte von einer Schulter, während er rannte. Darunter war das einfache weiße Hemd durchsichtig und klebte an seinem dünnen Körper und den markanten Rippen. Er zitterte, sein Atem war keuchend. Sein dunkles Haar (tiefbraun, fast schwarz) klebte an seiner Stirn und seinem Nacken. Und die Augen... leuchtend grüne Augen, wie vom Regen benetzte Smaragde.

"Nur noch ein Block... nur noch ein Block...", dachte er, senkte den Kopf und rannte schneller, als er um die Ecke bog.

Die Kollision: Der Aufprall war heftig.

Ren sah die riesige Brust vor sich nicht. Er spürte einfach den Stoß. Sein Körper prallte gegen etwas Hartes wie eine Betonwand. Die Wucht des Aufpralls ließ ihn sofort anhalten und nach hinten geschleudert werden.

Er fiel auf den nassen Boden und spürte, wie das kalte Wasser in seine Hose eindrang. Der offene Mantel flog noch weiter zur Seite. Das weiße Hemd hob sich leicht und enthüllte die schmale Taille und die blasse Haut. Seine Beine lagen gespreizt auf dem Asphalt. Er stieß ein Schmerzenswimmern aus, seine Hand schlug in die Wasserpfütze.

Für eine Sekunde hob er den Kopf, verwirrt. Regentropfen liefen über seine langen Wimpern und seine leicht geöffneten Lippen. Die grünen Augen waren weit aufgerissen, erschrocken und wunderschön.

Der Blick des Alphas: Lucien erstarrte. Das Handy glitt langsam von seinem Ohr.

Die Welt um ihn herum wurde zur Zeitlupe.

Er blickte nach unten, auf den jungen Mann, der auf dem durchnässten Boden lag. Das nasse weiße Hemd enthüllte alles — die helle Haut, die dünne Brust. Der Junge war zerzaust, wunderschön und zitterte vor Kälte. Luciens weiße Augen wanderten über die am Boden liegende Gestalt und trafen auf die grünen Augen des Omegas. Es war wie ein elektrischer Schlag. Der Kontrast war hypnotisierend: das eisige Weiß des Alphas und das lebendige Grün des Omegas, die sich zum ersten Mal ansahen.

Und der Geruch... durch den Regen, selbst aus Metern Entfernung, roch der Alpha das süße Aroma von Vanille und heißer Milch. Es war Rens Pheromon.

"Steh auf" — Luciens Stimme klang wie ein tiefes Grollen. Die weißen Augen leuchteten gefährlich im Halbdunkel.

Er schloss den Regenschirm schnell, warf ihn auf den Boden und kniete sich in den Regen, ohne sich um seinen tausende Dollar teuren Anzug zu scheren. Er streckte seine große, blasse Hand nach dem Jungen aus.

Ren hob verwirrt die grünen Augen. Dieser Mann war groß, gutaussehend und beängstigend. Diese weißen Augen schienen durch seine Seele zu blicken.

"Du holst dir noch eine Lungenentzündung, du Idiot", brummte Lucien und zog Ren mit roher Gewalt und gleichzeitig Zärtlichkeit hoch.

In diesem Moment berührten sich ihre Hände. Rens Haut war eiskalt. Luciens Haut war heiß wie Glut. Das Weiß der Augen des Alphas fixierte das Grün der Augen des Omegas.

Und der erste physische Kontakt zwischen dem Weißäugigen Alpha und seinem Grünäugigen Omega war besiegelt.

Gegenwart (heute): Kapitel 1: Der regnerische Morgen

Ehedauer: 1 Jahr und 4 Monate. Kennenlernzeit: Genau 2 Jahre (sie lernten sich in jenem Regen kennen, waren 8 Monate zusammen und heirateten).


Der Regen trommelte sanft gegen die Fenster des Vane-Palastes. Es war ein rhythmisches, fast hypnotisches Geräusch, das das Hauptschlafzimmer in eine Atmosphäre von Gemütlichkeit und Halbdunkel hüllte.

Die schwarzen Seidenlaken waren leicht zerknittert.

Ren Aoki öffnete langsam die Augen. Das graue Licht des regnerischen Morgens drang durch die Ritzen der schweren Vorhänge. Er blinzelte ein paar Mal, noch schlaftrunken, und dann spürte er die Wärme.

Sehr viel Wärme.

Sein Körper klebte vollständig an Luciens Körper.

Ren erstarrte.

Er lag auf der Seite, die nackte Brust gegen die breite, muskulöse Brust des Alphas gepresst. Sein Kopf ruhte auf Luciens Brust, direkt über dem Herzen, das langsam und stark schlug, wie ein Schiffsmotor. Eines seiner Beine war über Luciens Oberschenkel geschlungen, als hätte er sich in der Nacht an den Alpha gekuschelt.

Luciens Arme lagen um Rens schmale Taille und hielten ihn in einer besitzergreifenden Umarmung fest, selbst im Schlaf.

Rens Gesicht glühte.

"Verdammt...", dachte er und spürte, wie das Blut in seine Ohren stieg. "Ich habe mich schon wieder an ihn gekuschelt..."

Er blickte langsam nach oben, aus Angst, Luciens offene weiße Augen zu finden. Aber der Alpha schlief tief und fest. Sein Gesicht, frei von dem kalten Ausdruck, den er in der Welt trug, wirkte fast... sanft. Das weiße Haar war auf der Stirn zerzaust. Sein Kiefer war entspannt. Er wirkte wie ein Wolf im Winterschlaf.

Ren blieb einen langen Moment so liegen und beobachtete einfach den Mann, der sein Ehemann war. Der reichste und mächtigste Mann der europäischen Unterwelt, der Länder kaufen könnte, aber der neben ihm schlief, als wäre Ren der einzige Schatz, der zählte.

Aber die Scham siegte.

Mit aller Vorsicht der Welt begann Ren sich zu bewegen. Er ließ sein Bein von Luciens Oberschenkel gleiten. Langsam. Millimeterweise. Er nahm den Arm, der auf seiner Taille lag, mit der Leichtigkeit eines Diebes weg.

Seine Brust löste sich von der Brust des Alphas. Die kalte Luft des Zimmers berührte seine Haut und er spürte ein Frösteln.

Er setzte sich auf das Bett, seine Füße berührten den weichen Teppich. Er blickte zurück. Lucien bewegte sich nicht.

"Zum Glück schläft er noch...", seufzte Ren erleichtert und legte die Hand auf seine Brust, um sein rasendes Herz zu beruhigen.

Er stand langsam auf, nahm einen Seidenbademantel, der auf dem Stuhl lag, und zog ihn geräuschlos an. Das dünne Nachthemd, das er zum Schlafen trug — eines der Stücke, die Lucien in Paris gekauft hatte — bedeckte kaum seine Oberschenkel. Er richtete den Bademantel und verließ das Zimmer, wobei er die Tür vorsichtig schloss.


Das Wohnzimmer des Vane-Palastes:

Die Villa war still. Die Angestellten kamen erst später, und Luciens privater Sicherheitsdienst blieb im Erdgeschoss. Ren lief barfuß durch den Marmorflur, die Füße kalt auf dem Boden, und erreichte das Hauptwohnzimmer.

Das Handy lag auf dem Couchtisch, wo er es am Vorabend gelassen hatte.

Ren nahm das Gerät und schaltete den Bildschirm ein. Das Licht strahlte in seine grünen Augen.

12 ungelesene Nachrichten.

Er runzelte die Stirn. Das war nicht üblich. Seine Kontakte waren wenige: Lucien, die Köchin, der Süßwarenladen, den er mochte. Aber diese Nachrichten kamen von einer alten Gruppe.

Gruppenname: "Die Verlorenen (Nur die Starken überleben)"

Ren spürte ein Engegefühl in seiner Brust.

Er öffnete die Gruppe. Es waren Fotos, Memes, Audios mit Gelächter. Dieselben Freunde von früher, als er in der Bäckerei arbeitete, bevor er von Lucien "gerettet" wurde. Sie waren alle älter als er — höchstens 3 oder 4 Jahre Unterschied —, aber sie behandelten ihn wie den kleinen Bruder.

Sie schickten immer noch Nachrichten. Sie machten immer noch Witze. Sie erzählten immer noch von ihrem Leben.

Ren hatte seit Monaten nicht geantwortet.

Er ließ seinen Finger über den Bildschirm gleiten und sah ein Foto von einem von ihnen, der einen Geburtstag in einer kleinen Bar feierte. Ein schrilles Lachen aus einem Audio spielte leise ab. Er lächelte, ein trauriges und sehnsüchtiges Lächeln.

"Das waren gute Zeiten...", dachte er.

Aber dann sah er sich um. Das riesige Wohnzimmer. Der Kristallleuchter. Der Blick auf die Gärten von Monaco durch die Fenster.

Er war glücklich. Er liebte Lucien. Er liebte die Sicherheit, die Zuneigung, die Art, wie der Alpha ihn nachts festhielt, auch wenn er ihn ab und zu vor Eifersucht erstickte.

Ren schloss die Gruppe. Er steckte das Handy in die Tasche seines Bademantels.

"Ich werde heute nicht antworten."

Er atmete tief durch und ging in Richtung Küche.

Das kalte Wasser aus dem Marmorhahn floss in das Kristallglas. Er trank schweigend und beobachtete den Regen, der am Küchenfenster herunterlief. Ein neues Leben. Eine große Liebe. Und ein Handy voller Erinnerungen, von denen er noch nicht wusste, ob er sie behalten oder loslassen wollte.


Währenddessen im Schlafzimmer:

Lucien öffnete die Augen.

Die weißen Augen leuchteten im Halbdunkel.

Er schlief nicht.

Er spürte, als Ren das Bett verließ. Er spürte, als sich der warme Körper des Omegas von seinem löste. Er roch den Duft von Vanille und Orangenblüten, der sich entfernte.

Lucien schloss die Augen wieder.

"Er ist Wasser trinken gegangen. Er kommt zurück."

Er wartete.

Und stillschweigend fing der weiße Wolf wieder an, so zu tun, als würde er schlafen, nur um zu spüren, wie sich der Omega wieder an ihn kuschelte, wenn er zurückkam.

9:37 PM