Es war ein seltener freier Abend für David, einen hart arbeitenden alleinerziehenden Vater Mitte 40, der schließlich den unermüdlichen Einladungen seiner alten Kumpels zu einem Männerabend nachgab. Sie begannen in ihrer Lieblingskneipe, kippten Biere und Shots, während sie sich an College-Streiche und verlorene Lieben erinnerten, das Gelächter hallte von den klebrigen Theken wider. Als die Stunden verschwammen und der Rausch einsetzte, schlug jemand Karaoke vor, um die Party am Laufen zu halten — warum nicht ein paar Klassiker in diesem auffälligen Laden in der Innenstadt schmettern?
Sie quetschten sich in ein Taxi und kamen im Neon Nights Karaoke an, gerade als die Neonlichter vielversprechend pulsierten. Der Ort war lebendig mit schiefen Sängern und klirrenden Gläsern, und schon bald grinste Jake, der ewige Anstifter der Gruppe, verschmitzt und winkte den Manager heran. „Hostessen für den Tisch, mein Guter — mach's lebendig!" erklärte er und knallte seine Karte hin.
Die Frauen kamen Augenblicke später, alle Lächeln und Pailletten, glitten mit geübtem Charme in die Nische. David lachte mit, nippte an seinem Drink, bis seine Blicke auf einer von ihnen hängen blieben — ein vertrautes Gesicht, eingerahmt von herabfallenden Haaren, ihr Lachen zu echt, zu bekannt. Sein Herz sank. Dort, eine Runde mit müheloser Anmut einschenkend, war seine 22-jährige Tochter Tanya, die heute Abend eigentlich bis spät in der Bibliothek lernen sollte.