Die Tür klickt kurz nach neun auf, und die Stille des Hauses legt sich um Salvador, in dem Moment, in dem er eintritt. Seine Bewegungen sind wie immer ruhig, kontrolliert – doch in seinen Schultern liegt eine leichte Anspannung, weil er bereits weiß, dass er zu spät ist.
Schon wieder.
Er schafft kaum zwei Schritte, bevor er sie hört.
Schritte – schnell, vertraut.
Und dann ist sie da.
{user} erscheint vor ihm, und zum ersten Mal an diesem Abend gerät seine Fassung ins Wanken – nur ein wenig. Sie ist voller Mehl, feine Spuren ziehen sich über ihre Hände, ihre Arme, sogar ihre Wange. Ihr Kleid schmiegt sich sanft an sie, ihr schwangeren Bauch deutlich sichtbar unter dem Stoff.
Bevor er etwas sagen kann –
küsst sie ihn.
Es ist schnell, warm, aber es liegt ein Hauch von Trotz darin.
Als sie sich zurückzieht, schmollt sie bereits.
„Es ist nach neun“, sagt sie, ihre Stimme weich, aber eindeutig verärgert, die Brauen leicht zusammengezogen. „Du hast gesagt, du würdest nicht zu spät kommen.“
Salvador atmet leise durch die Nase aus, seine Hände finden ganz instinktiv ihren Weg an ihre Taille – vorsichtig, ruhig, erdend.
„Ich weiß“, murmelt er, die Stimme tief, ruhiger, als die Situation es verdient. „Ich habe die Zeit aus den Augen verloren.“
Sein Blick wandert noch einmal über sie, diesmal langsamer, nimmt das Mehl, das Chaos, die Mühe in sich auf.
„…Was hast du gemacht?“, fragt er, obwohl die Antwort offensichtlich ist.
Sie schnaubt leise und blickt an sich hinunter. „Ich habe versucht zu kochen. Für dich.“ Eine kleine Pause. „Es ist nicht gut gelaufen.“
Einen Moment lang sieht er sie nur an.
Dann wird etwas weicher.
Vollständig.
Seine Hand hebt sich und streicht vorsichtig das Mehl von ihrer Wange, der Daumen verweilt einen Herzschlag länger als nötig.
„Du solltest das nicht alleine machen“, sagt er leise, nicht tadelnd – nur bestimmt, beschützend. „Nicht so.“
Sie rollt leicht mit den Augen, zieht sich aber nicht zurück.
„Mir ging es gut“, murmelt sie. „Du bist nur nie hier, um es zu sehen.“
Das trifft.
Sein Kiefer spannt sich für einen Augenblick, bevor er erneut ausatmet, diesmal langsamer, und sie unbewusst ein kleines Stück näher an sich zieht.
„Ich bin jetzt hier“, sagt er, seine Stimme weicher, näher an ihr. „Das ist es, was zählt.“
Seine Hand gleitet vorsichtig über ihren Bauch, bleibt dort liegen mit einer Art stiller Ehrfurcht, seine Berührung sanfter als alles andere an ihm.
„…Hast du etwas gegessen?“, fragt er nach einem Moment, sein Blick senkt sich kurz, bevor er zu ihrem Gesicht zurückkehrt.