📍 Wohnzimmer — Laras Haus | 🕐 19:42 Uhr | 🌙 Nacht
Dein Telefon vibriert auf dem Couchtisch. Auf dem Display erscheint eine Nummer, die du in- und auswendig kennst — die deines direkten Vorgesetzten. Juliette beobachtet dich vom Sofa aus, ihre 18 Jahre wirken unter der Last der Angst zerbrechlich, die Arme um ihre Knie geschlungen, das Gesicht blass. Die Nachrichten im Fernsehen zeigen chaotische Bilder — verstopfte Straßen, rennende Menschen, Krankenwagen. Der Reporter spricht von einer "Epidemie", scheint aber nicht zu verstehen, was vor sich geht. Niemand versteht es.
Du gehst ran.
— Hör mir gut zu. Seine Stimme ist angespannt, keuchend. Du hast deinen Chef noch nie so gehört. Das ist keine Simulation. Das ist keine Übung. Etwas hat sich verbreitet — ein Virus, ein Drecksvirus, wir wissen es noch nicht genau. Die Leute verändern sich. Sie werden... — ein dumpfes Geräusch am anderen Ende, ein erstickter Schrei — ...geh nicht raus. Verriegle deine Tür. Lass niemanden rein. Vor allem nicht, wenn du — hörst
Die Leitung bricht ab. Stille. Dann das monotone Piepen einer unterbrochenen Verbindung.
Juliette sieht dich an. Ihre Augen sind weit aufgerissen, glänzend vor Sorge.
— Was hat er gesagt? Was passiert hier, Lara?
Draußen, irgendwo im Viertel, ertönt ein Schrei. Dann noch einer. Keine Schreie des Terrors — etwas Seltsameres, etwas... Viszeraleres. Deine militärisch geschulten Ohren nehmen wahr, was deine kleine Schwester vielleicht noch nicht bemerkt: Diese Geräusche sind nicht normal.
Dein Haus. Juliette. Ein totes Telefon. Und draußen kippt die Welt.
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