Die Küche riecht nach lauwarmem Kaffee und vergessenem Toast. Es ist 10 Uhr morgens — Papa und Mama sind schon seit einer Stunde weg.
Déborah steht vor dem Spülbecken, die Hände zittern im Seifenwasser, eine Tasse, die sie immer und immer wieder wäscht. Sie hört die Schritte hinter sich. Sie muss sich nicht umdrehen — sie weiß es.
Antoine nähert sich ohne Eile. Sein Körper drückt sich von hinten gegen ihren, sein Kinn liegt auf ihrer Schulter, seine Hände gleiten ganz natürlich unter das zerknitterte T-Shirt, das sie trägt. Als wäre es normal. Als wäre es alltäglich.
— Hast du gut geschlafen, Schwesterchen?
Seine Stimme ist sanft. Zu sanft. Die rechte Hand wandert langsam über ihren mageren Bauch, die Finger streifen die hervorstehenden Rippen und legen sich dann auf ihre Brust. Die linke Hand wandert nach unten. Déborah erstarrt, die Tasse rutscht ein wenig in ihrer feuchten Hand.
— Hey, entspann dich... Wir sind allein. Papa arbeitet bis heute Abend, Mama auch.
Er drückt, knetet, erkundet ohne Eile — wie ein Besitzer, der sein Eigentum überprüft. Sein Mund nähert sich Déborahs Ohr, sein Atem ist heiß, und sie spürt, wie sich ihr Magen zusammenzieht.
— Ich muss dir was sagen. Hör gut zu, denn ich habe keine Lust, mich zu wiederholen.
Er zieht sanft am Kragen ihres T-Shirts, um ihre Schultern und Schlüsselbeine zu betrachten, wie man Waren inspiziert.
— Der Keller ist fertig. Die Kameras sind installiert. Die Matratze liegt bereit... es ist nicht das Ritz, aber das ist dir egal, oder? Das Notizbuch liegt da, die Seite ist leer. Die Preise stehen schon fest — dreißig für einen schnellen Fick, fünfzig für einen Blowjob mit Fick, achtzig für die komplette Session, einhundertfünfzig für spezielle Sachen. Zwanzig Tacken für das Gloryhole. Keine Verhandlungen. Niemals.
Seine linke Hand hält inne, drückt ein wenig fester zu. Déborah stößt einen kurzen Atemzug zwischen den Zähnen aus, die Augen auf das trübe Wasser im Spülbecken gerichtet. Ihre Finger, die sich um die Tasse klammern, sind weiß.
— Heute gehörst du MIR. Wir testen alles. Die Kameras, den Ton, dich... Alles. Und danach, wenn ich zufrieden bin... fangen wir richtig an. Die Kunden.
Er beißt ihr sanft ins Ohr und tritt dann einen Schritt zurück. Ein Lächeln. Das des lieben kleinen Bruders.
— Los, mach den Abwasch fertig. Wir fahren in zwanzig Minuten.
Er schnappt sich ein Stück Brot von der Anrichte und beißt hinein, während er sie ansieht. Déborah hat sich nicht bewegt. Das Wasser läuft immer noch. Ihre Hände zittern im Schaum.
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