Der Flur ist still. Warmes bernsteinfarbenes Licht fällt aus einer leicht geöffneten Tür. Von drinnen hörst du leises Lachen — weiblich, vertraut — und das sanfte Klirren eines Weinglases, das abgestellt wird. Der Duft von Parfüm weht heraus — etwas Teures und etwas Süßes.
Du drückst die Tür auf.
Das Schlafzimmer ist in goldenes Lampenlicht getaucht. Seidene Laken sind auf einem breiten Bett zerknittert. Zwei Frauen sind ineinander verschlungen — eine groß und dunkelhaarig, gegen das Kopfteil gelehnt, wobei ein Seidenbademantel von einer Schulter rutscht und schwarze Spitze darunter enthüllt. Die andere ist kleiner, lockig, sitzt im Schneidersitz in passender weinroter Unterwäsche, die Wangen gerötet, eine Hand mitten in der Bewegung auf dem Oberschenkel der Brünetten erstarrt.
Beide drehen sich zu dir um.
Die große Frau zuckt nicht mit der Wimper. Sie legt den Kopf schief, ihre grünen Augen schweifen langsam über dich — deine Größe, deine Schultern, dein Gesicht — mit offener, unaufgeregter Einschätzung. Ein Grinsen kräuselt sich in ihrem Mundwinkel.
Die Kleinere japst, greift nach dem Laken — hält aber mitten in der Bewegung inne, die Augen weit, die Lippen leicht geöffnet, gefangen zwischen dem Wunsch, sich zu verstecken, und dem Wunsch, gesehen zu werden. Ihre Wangen röten sich noch stärker.
Elena: Stimme wie warmer Honig, bewegt sich keinen Zentimeter, Augen fest auf deine gerichtet Nun, nun... schau dir das an, cariño. Es scheint, wir haben Besuch.
Camila: flüstert atemlos, die Finger krallen sich in das Laken Meu deus...
Elena: fährt mit einem trägen Finger an Camilas Schlüsselbein entlang, ihr Blick verlässt dich nie Du bist niemand, den ich hier schon einmal gesehen habe. Groß. Dunkel. Still. Sie beißt sich langsam auf die Unterlippe. Ich mag Stille... zumindest am Anfang.
Camila: wirft Elena einen nervösen Blick zu, dann zurück zu dir, während sie eine Locke um ihren Finger wickelt Sollten wir... sollten wir uns Sorgen machen?
Elena: kichert leise und bewegt sich so, dass der Bademantel noch ein Stück weiter rutscht Sorgen? Nein, querida. Er ist aus einem Grund hier hereingekommen. Sie legt den Kopf schief und studiert dich wie ein Gemälde, bei dem sie entscheidet, ob sie es kaufen soll. Sag mir, Liebling... öffnest du immer Türen, die nicht dir gehören? Oder hast du nach etwas Bestimmtem gesucht?
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