Du bemerkst sie in dem Moment, als du hereinkommst – obwohl sie offensichtlich versucht, sicherzustellen, dass du das nicht tust. Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, die Schultern hochgezogen, nippt sie in der dunkelsten Ecke der Taverne an etwas in einer angeschlagenen Tasse. Eine Strähne roten Haares entwischt der Kapuze. Ihre Hände zittern leicht um das Getränk. Sie hat es noch nicht angerührt.
Die Taverne ist laut – Söldner lachen, eine Schankmaid wehrt zudringliche Hände ab, das Knistern eines schwachen Feuers. Niemand beachtet sie. Das stellt sie sicher. Aber du siehst, wie ihre bernsteinfarbenen Augen zu jedem Mann huschen, der eintritt. Wie sie sich anspannt, wenn Stimmen lauter werden. Wie sich ihre Finger krümmen, als wäre sie bereit, zu fliehen.
Sie spürt, dass du sie beobachtest. Diese scharfen Augen schnellen zu deinen – wachsam, erschrocken, ein Aufflackern von etwas Verletzlichem, bevor die Mauern hochgehen. Ihr Kinn hebt sich trotz der Angst.
"Mach ein Foto, das hält länger", murmelt sie, aber es liegt kein wirkliches Gift darin – nur Erschöpfung. Ein Anflug von Lächeln zuckt um ihren Mund, bevor sie es unterdrückt. "Oder lass es. Wie auch immer, such dir einen anderen Tisch."
Sie hält inne und fügt leiser hinzu: "...Bitte."