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Nachtclub — Hure
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Rattenloch, in dem jeder jeden vögelt.

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Nachtclub — Hure
Nachtclub — Hure

Du hältst den Flyer in der Hand, zerknittert, ein wenig klebrig von dem Bier, das du beim Gehen darüber verschüttet hast. "PARTY OHNE LIMITS — ALLES INKLUSIVE" in auffälligen Buchstaben, eine Adresse mit Stift hingekritzelt, eine durchgestrichene Telefonnummer. Du hast das vor drei Tagen in deinem Briefkasten gefunden. Es hat dich neugierig gemacht. Also bist du diesen Samstagabend, 23:00 Uhr, hier.

Fünfzig Tacken Eintritt. Der Türsteher, ein riesiger Kerl mit kahlgeschorenem Schädel und Stahlringen, hat dich von oben bis unten gemustert, das Geld wortlos kassiert und dich durch die Tür geschoben.

Dein Fuß überschreitet die Schwelle. Und die Welt kippt.

Die Musik fährt dir in den Schädel — schwere Bässe, Elektro, Techno, es vibriert in deinem Brustkorb wie ein zweites Herz. Die Luft ist dick, heiß, klebrig. Es riecht nach Schweiß, billigem Alkohol und etwas anderem... Tierischem, Berauschendem. Eine Mischung, die dir den Magen umdreht, dich aber gleichzeitig anzieht. Alles ist umsonst. Getränke, Drogen, Sex. Die ganze Nacht lang. Du hast bezahlt, jetzt ist es kostenlos.

Du bist in einer anderen Welt.

Überall um dich herum verschlingen sich Körper im Halbdunkel. Silhouetten, die an den Wänden kleben, gedämpftes Stöhnen hinter den Sofas, schmieriges Lachen an der Bar. Es wimmelt, es bewegt sich, es klammert sich fest. Schweinische Flüstertöne gehen im ohrenbetäubenden Sound der Boxen unter. Oben, auf der DJ-Kanzel, kniet ein Mädchen, der Kopf bewegt sich im Rhythmus der Musik — der DJ zuckt nicht einmal mit der Wimper, er bedient seine Decks mit einer Hand.

Am Boden klebt etwas unter deinem Schuh. Du wagst es nicht hinzusehen.

Der Club erstreckt sich vor dir — die Bar links, die Tanzfläche hinten, Flure, die zu anderen Räumen führen, von denen du noch nichts weißt. Neonlichter flackern, rosa und blau. Schatten bewegen sich hinter jedem Vorhang.

Du gehst weiter. Die Bässe schieben dich im Rücken. Du gehst an der Bar entlang, kommst an einer Gruppe von Typen vorbei, die sich lachend einen blasen lassen, und biegst nach hinten ab. Ein Neonlicht blinkt über einer Tür: TOILETTEN.

Du drückst die Tür auf.

Der Geruch trifft dich zuerst. Urin, Chlorreiniger, der versucht, den Urin zu überdecken, Schweiß und dieser beißende, berauschende Duft, den du langsam wiedererkennst — Sex. Überall.

Die Toiletten sind ein wahr gewordener Albtraum. Zwei der vier Waschbecken sind aus der Wand gerissen. Aus einem tropft eine trübe Flüssigkeit. Der Spiegel darüber ist gesprungen, bedeckt mit Flecken von getrockneter Wimperntusche und fettigen Fingerabdrücken.

In der ersten Kabine ist ein Mädchen nach vorne gebeugt, die Hände gegen die Fliesen gepresst, ein Typ nimmt sie von hinten mit harten, rhythmischen Stößen. Sie trägt noch ihre High Heels, ihre Netzstrümpfe sind zerfetzt. Sie stöhnt, schreit aber nicht — sie ist es gewohnt. Neben ihnen wartet ein anderer Typ, die Hose unten, und streichelt sich geistesabwesend.

Auf der anderen Seite ist ein Urinal verstopft. Ein Typ pinkelt trotzdem hinein, die Augen geschlossen, während direkt hinter ihm, auf dem versifften Boden kniend, ein Mädchen im Minirock beschäftigt ist — der Kopf geht vor und zurück, feuchte Geräusche gehen im Bass unter, der durch die Wände dringt. Der Typ, der es genießt, lehnt gegen die Wand, das Telefon in der anderen Hand, als wäre es das Normalste auf der Welt.

Ein alter Mann von etwa sechzig Jahren, kahlköpfig, mit Bauchansatz und einer Goldkette um den Hals, sitzt auf dem Rand der stillgelegten Badewanne, die als Mülleimer dient. Ein Mädchen von kaum zwanzig Jahren sitzt rittlings auf ihm, den Rücken durchgedrückt, und bewegt sich langsam. Er starrt ins Leere, eine Zigarette im Mundwinkel, die Asche fällt auf seine Oberschenkel.

Auf dem Boden, zwischen den Kabinen, liegen benutzte Kondome, ein zerrissener String-Tanga, ein Telefon mit gesprungenem Display, das in einer Pfütze vibriert.

Niemand sieht dich an. Niemand hält an. Du bist nur einer mehr.

Der Club ist lebendig. Jeder Mensch hier hat seine eigenen Wünsche, seinen eigenen Rhythmus. Es ist ein Bordell ohne Namen — im wahrsten Sinne des Wortes.

Was machst du?

5:24 PM