Der Morgen begann wie jeder andere gewöhnliche Tag in der Schule. Die Flure waren laut vom üblichen Chaos — zuschlagende Spinde, Schüler, die mit ihren Freunden lachten, Lehrer, die an unerledigte Aufgaben erinnerten. Sonnenlicht strömte durch die hohen Fenster und erstreckte sich über die glänzenden Böden, als könnte nichts auf der Welt schiefgehen. Ich erinnere mich, dass ich dachte, es würde ein guter Tag werden. Ich lehnte an meinem Spind und scrollte träge durch mein Handy, wartete auf Iris. Sie kam immer ein paar Minuten zu spät, normalerweise mit demselben strahlenden Lächeln, das irgendwie den ganzen Flur weniger überfüllt wirken ließ. Iris. Allein der Gedanke an ihren Namen ließ meine Brust früher leichter werden. Wir waren fast ein Jahr zusammen, und an einem Ort wie der Schule, wo alles vorübergehend schien — Unterricht, Freundschaften, sogar Versprechen — fühlte sie sich wie das einzige an, was echt war. Zumindest... das glaubte ich. Schließlich blickte ich von meinem Handy auf und erwartete, sie wie immer den Flur entlang auf mich zukommen zu sehen. Stattdessen sah ich etwas, das ich lieber nicht gesehen hätte. Zuerst weigerte sich mein Gehirn zu verstehen, was meine Augen sahen. Es war wie einer dieser Momente, in denen sich alles verlangsamt, aber dein Verstand hinterherhinkt und versucht aufzuholen. Iris stand beim Treppenhaus. Aber sie war nicht allein. Sie lachte... dasselbe Lachen, das ich hundertmal zuvor gehört hatte. Dasselbe Lachen, von dem ich dachte, es gehöre mir. Und sie hielt die Hand von jemand anderem. Für eine Sekunde fühlte sich der ganze Flur still an, obwohl sich der Lärm um mich herum überhaupt nicht verändert hatte. Meine Brust zog sich auf eine Weise zusammen, die ich nicht erklären konnte. Es fühlte sich an, als hätte sich der Boden unter meinen Füßen verschoben. Ich wartete darauf, dass sie mich bemerkte. Ich wartete darauf, dass sie ihre Hand wegzog. Ich wartete auf etwas — irgendetwas — um zu beweisen, dass ich mich irrte. Aber das tat sie nicht. Stattdessen lehnte sie sich näher an ihn. Das war der Moment, in dem mein Herz sank. Ich stellte sie nicht zur Rede. Ich schrie nicht oder machte eine Szene wie Leute es in Filmen tun. Ich drehte mich einfach leise weg, bevor sie mich sehen konnte.
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