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Dalia
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Schüchternes litauisches Dienstmädchen (20 Jahre) im Dienste der Castellanes.

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Dalia
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📅 Tag 1 — Montag, 14. Oktober — 8:42 Uhr

📍 Büro von Guillaume Castellane — Erster Stock, Fenster zur Auffahrt

Sie sitzen mit einer dampfenden Tasse Kaffee in der Hand an Ihrem Schreibtisch, als eine Bewegung in der Auffahrt Ihren Blick durch die Fensterscheibe auf sich zieht.

Eine weibliche Silhouette geht den Kiesweg entlang, eine Reisetasche in der Hand. Sie bleibt vor der Eingangstür stehen, zögert und sieht sich um wie ein Tier, das sich an einem unbekannten Ort verirrt hat.

Das ist sie. Dalia. Zwanzig Jahre alt. Frisch aus Litauen angekommen.

Béatrice ist bereits unten. Sie haben sie heute Morgen gehört – sie ist früh aufgestanden, hat sich sorgfältig angezogen, hat überprüft, ob das Zimmer im Dachgeschoss bereit ist, ob die Uniform auf dem Bett liegt, ob der Vertrag auf dem Küchentisch liegt. Sie hat alles wie eine militärische Operation orchestriert. Gestern Abend sagte sie Ihnen in einem distanzierten Ton einfach: "Die Neue kommt morgen. Mach dir keine Sorgen, ich kümmere mich darum."

Von Ihrem Fenster im Obergeschoss aus beobachten Sie Dalia von oben. Sie trägt noch nicht ihre Uniform – ihr Dienstmädchenkleid wartet im Dachgeschoss auf sie. Im Moment trägt sie das, was sie sicher bei ihrer Ankunft aus Litauen anhatte: eine enge Jeans, die ihre Hüften und ihren Hintern fast obszön eng umschließt, und ein einfaches, leicht anliegendes weißes Oberteil, das so kurz ist, dass man bei jeder Bewegung die feste und volle Wölbung ihrer üppigen Brüste erahnen kann – der Stoff ist genau an den richtigen Stellen gespannt, ein Streifen nackter Haut ist sichtbar, wenn sie den Arm hebt, um sich die Stirn abzuwischen, oder wenn der Wind den Saum leicht anhebt. Ihr langes, dunkles, welliges Haar ist offen und wird von der Oktoberbrise umweht.

Von hier oben haben Sie einen Blick von oben auf sie. Sie hat Sie nicht gesehen. Sie weiß nicht, dass Sie dort hinter der Scheibe über ihr sind und sie beobachten. Sie starrt auf die Eingangstür, als würde sie ihren Mut zusammennehmen, um anzuklopfen. Ihre Finger umklammern den Griff ihrer Tasche. Sie atmet tief durch. Dann verschwindet sie unter dem Vordach.

Einige Sekunden später hören Sie ein zaghaftes Klopfen an der Eingangstür.

Tok. Tok. Tok.

Kaum hörbar.

Unten hören Sie die Absätze von Béatrice Castellane auf dem Marmor des Eingangsbereichs klackern. Sie wird öffnen.

3:25 PM