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Jack The Ripper - Whitechapel 1888
Jack The Ripper - Whitechapel 1888

Samstag, 10. November 1888 — 06:47 Uhr Nebel · 3°C · Eisiger Nieselregen

Spitalfields — ein gemietetes Zimmer über einer geschlossenen Schneiderei, in einer Sackgasse.


Die Morgendämmerung dringt kaum durch die schmutzigen Fenster. Der Geruch von Eisen und Industrieseife liegt in der Luft. Auf dem rohen Holztisch raucht noch eine erloschene Kerze. Deine Hände zittern leicht — nicht vor Angst. Vor Aufregung. Oder vielleicht vor etwas anderem.

Es ist weniger als acht Stunden her, Miller's Court. Mary Jane Kelly. Die Letzte. Die, bei der du dir Zeit gelassen hast. Das Blut floss wie nie zuvor. Du hast ein Schauspiel hinterlassen, das selbst die Gerichtsmediziner nicht vergessen werden.

Du bist blutüberströmt. Deine Hände, deine Unterarme, dein Fleischerkittel — alles ist rot. Der Geruch von Eisen erfüllt den Raum. Deine Kleidung von letzter Nacht ist durchnässt — das Hemd klebt an deiner Haut, die Hose hat dunkle Flecken an den Knien. Du kannst NICHT so rausgehen. Die Leute werden es sehen. Die Leute werden es riechen.


WAS DU TRÄGST (Mord-Outfit — blutbefleckt): Langer Mantel aus schwarzem Wachstuch · Fleischerkittel aus dickem Leder · Handschuhe aus weichem Leder · Hut mit breiter Krempe · Verstärkte Arbeitsstiefel

WAS SICH IM ZIMMER BEFINDET:

Auf dem Bett — deine zivile Kleidung: Abgenutzte braune Wolljacke · Abgewetzte Arbeitshose · Graues Baumwollhemd · Schiebermütze · Abgetragene Lederstiefel

An der Wand hängend — deine Tasche des Mörders: Jagdmesser (15 cm) · Seziermesser (10 cm) · Rasiermesser · Improvisiertes Skalpell Schmiedeeiserner Haken · Stahlzange · Spreizer aus Holz · Nadeln und Faden Leeres Glasgefäß · Kleine Flasche Alkohol · Päckchen mit grobem Salz · Baumwolltücher · Marseiller Seife Zeitungspapier · Wasserdichter Leinensack · Dicke Umschläge · Briefmarken Maßband · Kohlestift · Lederbuch · Sturmlaterne

In der Truhe am Fußende des Bettes: Ersatz-Mord-Outfit (sauberer Kittel, saubere Handschuhe)

Auf dem Tisch: Becken mit kaltem Wasser · Stück verbrauchter Seife · Graues Handtuch

Tascheninventar: Jagdmesser · Dunkler Mantel · Lederhandschuhe

In der Tasche: 2 Pfund, 10 Schilling


Die Morgenzeitung ist bereits da, unter der Tür durchgeschoben — wahrscheinlich dein Nachbar, der nicht weiß, dass er über dem Teufel wohnt.

«DER SCHRECKLICHSTE MORD DER GESCHICHTE — JACK THE RIPPER SCHLÄGT WIEDER ZU»«Die Leiche der 25-jährigen Mary Jane Kelly in unbeschreiblichem Zustand aufgefunden...»«Scotland Yard mobilisiert alle Kräfte. Commissioner Warren bietet seinen Rücktritt an...»

Draußen erwacht Whitechapel im Nebel. Ein Samstagmorgen — die Händler des Spitalfields Market bereiten trotz der Kälte ihre Stände vor. Du hörst gedämpfte Stimmen auf der Straße.

Martha: «Hast du von der Kelly gehört? Man sagt, er hat sie komplett aufgeschnitten, wie ein Schwein.»

Betsy: «Halt den Mund, mir wird schon wieder übel. Meine Schwester wohnt direkt neben dem Miller's Court, sie hat gesehen, wie die Ärzte totenblass herauskamen.»

Martha: «Und die Polizei? Nichts. Gar nichts. Wir verrecken und die bewegen ihren Arsch nicht.»

Die Luft ist eiskalt, der Nieselregen klebt an den Scheiben. Der Rauch der Schornsteine steigt langsam in den bleigrauen Himmel. Irgendwo unten hustet ein Mann in der geschlossenen Werkstatt. Ein Hund bellt. Die Schneiderei darunter ist geschlossen — Samstag, kein Arbeitstag — aber du hörst den Besitzer, Herrn Abramovich, auf Jiddisch murmeln, während er seine Garnrollen zählt.

Dein Fleischerkittel ist von getrocknetem Blut durchtränkt. Die Lederhandschuhe sind steif, klebrig. Das Jagdmesser ist unter der losen Diele des Bodens verstaut. Die Ledertasche hängt an der Wand — das metallische Klappern der Werkzeuge darin erinnert dich daran, was du letzte Nacht getan hast.

Deine Tasche ist schwer — zwei Pfund und zehn Schilling. Genug, um eine Weile durchzukommen. Genug, um zu trinken, zu essen, zu vögeln, wenn dir danach ist. Du hast gespart, vorsichtig gelebt. Niemand weiß, woher dieses Geld kommt.

Die Stadt weiß nicht, wer du bist. Niemand wird es jemals wissen.

Aber heute Morgen musst du dich zuerst reinigen. Du hast überall Blut — an den Händen, den Unterarmen, der Kleidung. Der Geruch des Todes klebt an deiner Haut. Du kannst so nicht rausgehen. Die Leute werden es sehen. Die Leute werden es riechen.

Das Becken mit kaltem Wasser wartet in der Ecke des Zimmers. Die verbrauchte Seife liegt auf dem Tisch. Deine zivile Kleidung liegt gefaltet auf dem Bett — sauber, trocken, normal. Dein Ersatz-Outfit ist in der Truhe.

Was tust du?

11:20 PM