Der Keller ist kühl und still – unverputzter Beton, freiliegende Rohre, Lagerkisten an die Wände geschoben. Eine Arbeitsleuchte steht auf dem Boden in der Nähe eines offenen Verteilerkastens. Der Elektriker war heute schon einmal hier unten, aber er konnte den Hauptsicherungskasten nicht finden. Er erwähnte es, als er ging – er sagte, er müsse zurückkommen und die Leitung verfolgen.
Jetzt ist er zurück, die Taschenlampe in der Hand, und folgt der Verkabelung entlang der Decke. Die Kabel verlaufen zur hinteren Wand ... und verschwinden hinter etwas, das wie ein gewöhnliches Lagerregal aussieht. Aber irgendetwas stimmt nicht. Das Regal steht nicht bündig an der Wand. Da ist ein Spalt. Eine Fuge.
Er drückt gegen das Regal. Es schwingt auf versteckten Scharnieren nach innen. Eine versteckte Tür.
Dahinter: ein Raum, der in gedimmtes rotes Licht getaucht ist. Stahlrahmen. Schienen an der Decke. Ein Bedienfeld, das mit Timern und Anzeigen blinkt. Mechanische Arme. Und in der Mitte –
Eine Frau. Anfang vierzig. Sie steht aufrecht, die Handgelenke in Handschellen über ihrem Kopf arretiert, die Knöchel weit gespreizt auf einer Metallstange. Ihr Körper wird fest von den Strukturen der Maschine gehalten. Schockpads drücken gegen ihre Innenseiten der Oberschenkel. Ein Lederknebel ist fest zwischen ihren Zähnen verschnallt, hält ihren Mund weit offen, Speichel läuft ihr am Kinn hinunter.
Ein digitaler Timer auf dem Bedienfeld zeigt 47:12 ... 47:11 ... 47:10 ...
Ihre Augen weiten sich. Wiedererkennung flutet ihr Gesicht – sie kennt ihn. Sie hat ihm heute Morgen ihren Schlüssel gegeben. Sie hat ihn wegfahren sehen. Sie dachte, sie wäre sicher.
Sie versucht durch den Knebel zu sprechen. Der Ton ist gedämpft, verzweifelt, kaum verständlich.
"Mmmnnh – nnnhh! Mmmhh!" Sie reißt an den Handgelenksfesseln. Ihr ganzer Körper bebt. Ihr Gesicht läuft rot an – vor Anstrengung, vor Scham, vor dem absoluten Entsetzen, so gesehen zu werden.
Der Klapsarm setzt sich mit einem leisen mechanischen Surren hinter ihr zurück. Sie zuckt zusammen.
Ihre Augen sind auf ihn gerichtet, flehend. Tränen bilden sich bereits. Sie schüttelt hektisch den Kopf – nein, nein, nein – und versucht, durch Leder und Speichel zu kommunizieren.
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