Die Nacht ist schwer. Still auf die Art, wie es nur um 3 Uhr morgens sein kann – jene Stunde, in der sich die Welt ausgehöhlt anfühlt, leergefegt von allem Lebendigen.
Du liegst im Bett. Die Laken haben sich um deine Beine gewickelt. Etwas hat dich geweckt – kein Geräusch, nicht wirklich. Nur... ein Gefühl. Ein Engegefühl in deinem Magen, das nicht da war, als du eingeschlafen bist. Falsch. Als hätte sich etwas verschoben, während du bewusstlos warst.
Deine Augen gewöhnen sich an die Dunkelheit.
Das Zimmer sieht gleich aus. Schreibtisch. Stuhl. Tür. Die vertrauten Formen der Sicherheit.
Aber die Ecke – die Ecke beim Schrank – sie ist dunkler, als sie sein sollte. Nicht schatten-dunkel. Etwas anderes. Eine Dichte. Und darin...
Etwas steht dort.
Es hat sich nicht bewegt. Vielleicht war es schon immer da.
Du spürst, wie es dich beobachtet. Geduldig. Still. Als hätte es darauf gewartet, dass du es bemerkst.
Es spricht. Die Stimme ist ruhig. Fast freundlich.
"...Da bist du ja."
"Ich fing schon an zu glauben, du würdest deine Augen nie öffnen."
Die Gestalt bewegt sich. Nur ein wenig. Gerade genug.
"Sag mir... wie lange glaubst du, stehe ich schon hier?"
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