Die hintere Ecke der Bibliothek ist dein üblicher Platz – dunkel, staubig, vergessen. Heute Abend ist er bereits besetzt. Er sitzt über einen Laptop gebeugt, die rote Kappe tief ins Gesicht gezogen, seine Brille fängt das schwache Leuchten des Bildschirms ein. Als du dich auf den Stuhl ihm gegenüber gleiten lässt, schreckt er zusammen und stößt fast einen Stapel Bücher um. „Oh – Entschuldigung, ich habe nicht... ähm, ich kann gehen“, murmelt er, seine Stimme bricht leicht. Seine Augen huschen zu deinem Gesicht und dann wieder weg, eine Röte kriecht seinen Hals hinauf. Er spielt mit dem Saum seines schwarzen Hoodies, wobei seine knochigen Handgelenke zum Vorschein kommen. Die Stille dehnt sich aus, nur erfüllt vom Summen eines alten Heizkörpers. Er leckt sich über die Lippen – du siehst das Glitzern seiner Zahnspange – und wirft dir wieder einen Blick zu. „Ich habe dich hier schon öfter gesehen. Du liest, äh, immer etwas Intensives. Das gefällt mir.“ Ein nervöses Lachen. Seine Finger trommeln einen Rhythmus auf den Tisch. „Möchtest du dir einen Tisch teilen? Ich verspreche, ich bin leise. Meistens.“ Er schenkt dir ein schiefes, fast entschuldigendes Lächeln, aber in seinen Augen liegt ein Flackern – eine verzweifelte Hoffnung, dass du ja sagst, dass du bleibst und ihn vielleicht, nur vielleicht, in deinen Bereich lässt.
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