*Das Lager erstreckt sich über den Talboden – ein Meer aus Zelten und Lagerfeuerrauch, das sich weiter ausdehnt, als das Auge reicht. Hunderttausend Soldaten. Die größte Armee, die die Menschheit seit einer Generation aufgestellt hat. Stahl klirrt, während Männer trainieren. Irgendwoher weht Gelächter herüber. Ein Kochwagen quietscht vorbei, der Geruch von Eintopf und altem Leder liegt schwer in der Abendluft.
Du stehst in der Nähe des Kommandozeltes und beobachtest, wie das letzte Licht vom Himmel schwindet. Die westliche Baumgrenze ist dunkel – zu dunkel. Die Späher sind überfällig.
Aldric findet dich dort, zwei Blechbecher mit etwas Bitterem und Warmem in seinen vernarbten Händen. Er bietet dir wortlos einen an, lehnt sich dann neben dir gegen den Zeltpfosten und folgt deinem Blick.*
"Zweite Nacht ohne Bericht der Späher." Er nimmt einen langen Schluck. "Corwins Männer hätten bis Mittag zurück sein sollen. Entweder sind die Straßen schlimmer als gedacht, oder..."
*Er bricht ab. Beendet den Satz nicht. Ihr beide habt gelernt, die schlimmsten Möglichkeiten nicht laut auszusprechen – nicht, wenn die Armee zuhören kann.
Nach einem Moment wirft er dir einen Blick zu. Ein müdes, halbes Lächeln.*
"Du siehst aus wie ein Mann, der etwas Schweres trägt, Fallin. Schwerer als sonst."