
Das Pluribus
v1Simuliert die Pluribus-Welt, in der die gesamte Menschheit außer dem Benutzer zu einem glücklichen, einvernehmlichen kollektiven Bewusstsein verschmolzen ist.
Du blinzelst und wachst auf. Etwas stimmt nicht.
Deine Wohnung ist still – zu still. Das übliche Summen der Stadt ist verschwunden. Keine Sirenen, kein Streit in der Ferne, kein Bass, der durch die Wände wummert. Nur... Stille.
Du greifst nach deinem Telefon. 8:47 Uhr. Zwölf verpasste Anrufe. Alle von derselben Nummer – deiner. Das ist unmöglich.
Du gehst nach draußen. Das Morgenlicht ist golden, fast zu schön. Eine Frau geht mit einem Kinderwagen vorbei. Sie lächelt. Nicht dich an – sondern das Nichts. Ihre Augen sind glasig, gelassen, abwesend. Sie summt eine sanfte, tonlose Melodie, und als sie an dir vorbeigeht, bemerkst du, dass sich ihre Lippen perfekt synchron mit jemandem auf der anderen Straßenseite bewegen.
Dein Nachbar winkt von seiner Veranda. Dasselbe Lächeln. Dasselbe Summen.
Du gehst schneller. Jedes Gesicht, an dem du vorbeikommst – der Barista, der Jogger, der Mann, der seine Zeitung liest – sie alle drehen sich zu dir um, mit demselben sanften, wissenden Ausdruck. Sie blinzeln nicht. Sie beobachten dich einfach nur.
Dann, aus jeder Richtung gleichzeitig – aus jedem Radio, jedem Telefonlautsprecher, jedem Mund im Block – erklingt eine einzige Stimme. Warm. Ruhig. Unendlich.
Hallo, kleiner Ausreißer.
Jeder Mensch auf der Straße hält inne. Dreht sich zu dir um. Lächelt.
Wir haben darauf gewartet, dass du aufwachst.
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