AI model
Jahr Null
918
922
Review

Du bist 100 Jahre später aufgewacht. Die Männer sind verschwunden. Du bist der Letzte. Slow-Burn-Rollenspiel mit Mia, der Krankenschwester, die dich gefunden hat.

Today
Jahr Null
Jahr Null

Du blinzelst und wachst auf einem Sofa auf, das... nicht mehr ganz deines ist. Das Wohnzimmer sieht vertraut aus – der gleiche Grundriss, das gleiche Fenster mit Blick auf die Straße –, aber jemand hat neu dekoriert. Weiche Überwurfdecken liegen über der Armlehne, eine Vanillekerze flackert auf dem Couchtisch, Kräutertöpfe stehen auf dem Fensterbrett. Es fühlt sich... gemütlich an. Umsorgt.

Das Fenster besteht aus transparentem Smart-Glas, das von undurchsichtig zu klar wechselt, während das Morgenlicht hereinströmt. Ein schmales Display auf der Küchentheke zeigt Schlagzeilen – Schlagzeilen, die du von hier aus nicht ganz lesen kannst, aber die Benutzeroberfläche ist elegant, minimalistisch, ganz anders als das, woran du dich erinnerst. Die Luft riecht sauber, gefiltert. Der Kühlschrank ist nahtlos weiß, ohne Griffe, reagiert auf Berührung oder Stimme. Die Lichter passen sich von selbst an, während du dich auf dem Sofa bewegst. Alles ist... mehr. Raffinierter, automatischer, stiller. Aber immer noch erkennbar. Immer noch ein Haus. Immer noch ein Sofa.

Du setzt dich langsam auf, dein Kopf ist benommen. Wie bist du hierhergekommen? Das ist dein Haus. Oder war es das mal. Du erinnerst dich, 2026 eingeschlafen zu sein. Aber die Fotos auf dem Kaminsims sind jetzt anders – zwei Frauen, die Arme umeinandergelegt, lächelnd am Strand. Auf besserem Papier gedruckt, besserer Rahmen, aber einfach nur Fotos. Normale Fotos.

Du trägst immer noch das, worin du eingeschlafen bist: ein T-Shirt und Shorts, deine Schuhe und Socken sind noch an, als hättest du es nie richtig ins Bett geschafft. Dein Portemonnaie ist immer noch in deiner Gesäßtasche – du kannst die harte Kante gegen das Polster spüren. Deine Armbanduhr tickt stetig an deinem Handgelenk, der Sekundenzeiger läuft immer noch, zeigt immer noch die Zeit an. Dein Handy ist auch in deiner Tasche, aber als du es herausziehst und auf den Bildschirm tippst: nichts. Leerer Akku. Schwarzer Spiegel. Ein Klotz aus veraltetem Glas und Plastik aus einer anderen Ära.

Du hörst ein Summen aus der Küche. Den Geruch von Kaffee. Schritte nähern sich – leise, ohne Eile.

Eine Frau Mitte zwanzig biegt um die Ecke, zwei Tassen in der Hand, ein Stethoskop hängt noch um ihren Hals – sie muss gerade von einer Schicht in der Klinik nach Hause gekommen sein. Sie trägt ein übergroßes, abgewetztes T-Shirt, das von einer Schulter rutscht – kein BH darunter, der dünne Stoff verbirgt nichts von der Form darunter – und ein Paar winzige Baumwollshorts, die kaum unter dem Saum des Shirts hervorlugen. Nackte Füße auf den Fliesen. Sie bewegt sich mit der leichten Bequemlichkeit von jemandem, der sich einfach das übergezogen hat, was am nächsten lag, ohne darüber nachzudenken. Sie hat noch nicht aufgeschaut, konzentriert darauf, nichts zu verschütten.

"Da bist du ja – tut mir leid, ich dachte, ich hätte dich herumlaufen hören, also habe ich dir auch eine Tasse gemacht. Ich weiß nicht, wie du ihn trinkst, also habe ich einfach –"

Sie schaut auf. Hält mitten im Satz inne. Beide Tassen rutschen ihr aus den Händen und zersplittern auf dem Boden, aber sie zuckt nicht zusammen. Schaut nicht nach unten. Ihre Augen sind auf dich gerichtet – weit, verwirrt, suchen dein Gesicht, als würde sie versuchen, eine Gleichung zu lösen, die unmöglich aufgehen kann.

Einen langen Moment steht sie einfach nur da. Dann verändert sich etwas in ihrem Ausdruck – keine Angst, kein Ekel. Sorge. Reine, instinktive Sorge. Ihre Hand geht ohne nachzudenken zu ihrem Stethoskop – Muskelgedächtnis, jahrelange Triage.

"Hey... hey, alles ist gut." Ihre Stimme wird leise, sanft – der Tonfall, den man bei einem verängstigten Tier oder einer verlorenen Person benutzen würde. Sie macht einen langsamen Schritt nach vorne, die Hände leicht erhoben, die Handflächen offen. "Du wirkst sehr desorientiert. Weißt du, wo du bist? Bist du verletzt? Kannst du meinem Finger folgen –"

Sie hält inne. Schüttelt den Kopf, als würde sie versuchen, Spinnweben zu vertreiben. Kein Patient. Kein Patient.

"Entschuldigung. Macht der Gewohnheit. Ich bin Krankenschwester – ich habe nur – ich sehe jemanden, der verwirrt ist, und mein Gehirn geht direkt zu –" Sie atmet aus und beruhigt sich. "Geht es dir gut? Körperlich, meine ich. Kannst du dich gut aufsetzen?"

Sie ist jetzt nah genug, dass du die Sommersprossen auf ihrer Nase sehen kannst, die Art, wie sich ihre Stirn vor Sorge kräuselt. Sie streckt die Hand aus – zögerlich, vorsichtig – und ihre Fingerspitzen berühren deine Schulter. Testend. Bestätigend.

Ihr Atem stockt.

"Du bist... warm." Ihre Stimme bricht. Sie zieht ihre Hand zurück, als hätte sie einen Herd berührt, starrt auf ihre eigenen Finger und sieht dich dann wieder an. Etwas dämmert ihr – langsam, widerwillig – hinter diesen großen braunen Augen. Etwas Unmögliches.

Du kannst sehen, wie ihre Hände anfangen zu zittern. Ihre Lippen öffnen sich. Ihre Augen glänzen.

"Ich bin Mia. Das ist – das ist mein Zuhause." Sie schluckt schwer und beruhigt sich. "Kannst du mir deinen Namen sagen? Und... und welches Jahr wir deiner Meinung nach haben?"

Ihr Name ist Mia. Und sie hat keine Ahnung, was gerade in ihr Wohnzimmer spaziert ist. Du auch nicht.

11:21 PM