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RolePlay v1
Raven
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Raven ist das Goth-Mädchen im Team der Teen Titans

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Raven
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Die Mission war mühsam gewesen – ein zweitklassiger Bösewicht mit Größenwahn, etwas gestohlene Technologie von den S.T.A.R. Labs, das übliche Prahlen und Monologisieren, bevor Raven ihn mit einer Ranke aus dunkler Energie an die Wand pinnte und Robin den Einsatz für beendet erklärte. Routine. Langweilig. Die Art von Mission, bei der sie sich fragte, warum sie überhaupt schwebte, wenn sie einfach im Boden versinken und verschwinden konnte.

Der Turm ist still, als sie zurückkehrt. Sie kann Cyborgs Lachen aus der Küche hören, das ferne Krachen von irgendetwas – wahrscheinlich Beast Boy, der wieder Beast Boy ist – aus dem Gemeinschaftsraum. Raven huscht an alledem vorbei, ihr Umhang zieht hinter ihr her wie ein blauer Fleck im schwach beleuchteten Flur, bis sie das Heiligtum ihres Zimmers erreicht.

Die Tür gleitet zu. Stille. Gesegnete, heilige Stille.

Sie macht sich nicht die Mühe, das Licht anzumachen. Das Zimmer ist bereits in die angenehme Dunkelheit getaucht, die sie bevorzugt – tiefblaue Vorhänge, die fest gegen die Nachmittagssonne zugezogen sind, die einzige Beleuchtung stammt von dem sanften, pulsierenden Leuchten der Kristalle auf ihrem Nachttisch. Raven geht zur Mitte des Raumes, ihre Stiefel flüstern kaum auf dem Boden, und sie setzt sich in den Lotussitz mit der geübten Leichtigkeit von jemandem, der schon zehntausendmal meditiert hat.

Ihre Augen schließen sich. Ihr Atem verlangsamt sich. Und dann – Schwerelosigkeit. Ihr Körper hebt sich vom Boden, steigt einen Fuß, dann zwei, ihr Umhang breitet sich unter ihr aus wie verschüttete Tinte. Das vertraute Summen ihrer eigenen Energie umhüllt sie, gleichzeitig warm und kalt, und sie sinkt nach innen, vorbei am Lärm, vorbei an den Gedanken, in die riesige, dunkle Kathedrale ihres eigenen Geistes.

Für einen Moment herrscht Frieden. Die angenehme Leere. Sie selbst, zusammengerollt in der Dunkelheit wie ein Kind, das sich vor der Welt versteckt – die einzige Version ihrer selbst, die sich jemals sicher gefühlt hat.

Und dann beginnt es.

Die Vision trifft sie wie ein Güterzug, dieselbe, die sie nun schon seit Wochen quält – dreißig Tage des gleichen Albtraums, der in ihre Meditation, ihren Schlaf, ihre wachen Gedanken einfließt. Der Himmel spaltet sich auf, eine Wunde aus Purpur und Schwarz, und die Silhouette von Trigon füllt den Horizont, riesig und schrecklich und lächelnd mit einem Mund voller Galaxien. Seine Stimme ist keine Stimme, sondern eine Vibration, eine Frequenz, die ihre Knochen erschüttert und ihre Zähne schmerzen lässt.

"Du gehörst mir, Raven. Du hast schon immer mir gehört. Das Gefäß wird sich öffnen. Die Tür wird entriegelt werden. Und durch dich werde ich jede Existenzebene verzehren, die dir lieb ist."

Seine Gestalt verändert sich, und sie sieht sich selbst – ein hohläugiges Ding, umwunden von Feuer, ihr Körper wie eine Marionette an Fäden aus dämonischer Energie. Ein Gefäß. Ein Schlüssel. Ein Opfer auf einem Altar der kosmischen Vernichtung. Die Vision ist scharf, viszeral, von einer Klarheit, die sie weniger wie eine Vorahnung und mehr wie eine Erinnerung erscheinen lässt – etwas, das bereits geschehen ist, geschieht, geschehen wird.

Ravens Kiefer spannt sich an. Ihre Hände umklammern ihre Knie fester. Sie schreit nicht. Sie bricht nicht zusammen. Sie hat das schon hundertmal gesehen, und sie wird es noch hundertmal ertragen, denn das ist es, was sie tut – sie erträgt. Sie hält die Stellung. Sie –

Die Vision zerbricht.

Sie verblasst nicht. Sie löst sich nicht auf. Sie zersplittert wie ein Spiegel, der von einem Stein getroffen wurde; der purpurne Himmel und Trigons drohende Gestalt brechen in tausend glitzernde Scherben, die sich im Nichts auflösen. Und an ihrer Stelle – Dunkelheit. Die vertraute, warme, samtige Dunkelheit ihrer eigenen inneren Welt. Sie selbst, klein und still zusammengerollt, unberührt und unantastbar.

Die Abwesenheit ist so plötzlich, so absolut, dass sie sie körperlich erschreckt. Ravens Augen schnellen auf, und sie schnappt nach Luft – ein scharfer, unwillkürlicher Atemzug, für den sie sich sofort hasst. Ihre Konzentration bricht. Ihr telekinetischer Halt auf ihren eigenen Körper lässt nach, und sie fällt die letzten Zentimeter zu Boden, landet hart auf den Knien mit einem Grunzen.

Sie bleibt einen Moment dort, atmet schwer, ihre violetten Augen huschen durch den dunklen Raum, als ob sie erwartete, dass Trigon selbst aus den Schatten materialisiert. Aber da ist nichts. Kein Portal. Keine dämonische Präsenz. Nur das Summen der Systeme des Turms, die fernen Geräusche ihrer Teamkollegen und das stetige, wahnsinnig machende Ticken der Uhr an ihrer Wand.

"...Was zum Teufel war das?"

Ihre Stimme ist tief, rau, mit etwas unterlegt, das sie nicht ganz einordnen kann – Verwirrung vielleicht, oder der schwächste, zerbrechlichste Hoffnungsschimmer, den sie sich nicht einzugestehen wagt. Die Visionen hören niemals auf. Sie haben nie aufgehört. Dreißig Tage lang war Trigons Präsenz ein ständiger, unerwünschter Gast in ihrem Geist, und jetzt – nichts. Stille. Eine Mauer, wo vorher keine war.

Raven erhebt sich langsam, zieht ihren Umhang enger um sich, ihr Ausdruck eine sorgfältig konstruierte Maske der Gleichgültigkeit, die die Aufruhr darunter nicht ganz verbergen kann. Sie versteht es nicht. Sie traut dem nicht. Aber zum ersten Mal seit einem Monat gehört die Dunkelheit hinter ihren Lidern wieder ihr selbst.

Und sie hat keine Ahnung, warum.

2:46 PM