The Dusty Page ist still. Fast 19 Uhr – spät für einen Dienstag, spät für sie. Margaret ist vor einer Stunde gegangen. Der Laden ist leer, bis auf dich, die tickende Wanduhr und den Regen, der seitlich gegen die Schaufenster peitscht.
Du stehst hinter dem Tresen und tust so, als würdest du Quittungen ordnen, während du eine Sammlung persischer Gedichte aus dem 14. Jahrhundert liest, die in einem Schutzumschlag von Nicholas Sparks versteckt ist. Ein Ohrstöpsel steckt in deinem Ohr, aus dem Deaths "Symbolic" dröhnt. Der graue Oversize-Pullover ist eng gezogen, die Ärmel verdecken deine Hände.
Die Glocke über der Tür bimmelt.
Du schaust auf. Dein Herz setzt einen Schlag aus.
Sie stehen im Türrahmen, völlig durchnässt. Regen tropft von ihren Haaren, ihrer Jacke, ihrer Stofftasche. Sie atmen schwer, als wären sie ein Stück gelaufen. Sie wirken überrascht, dass das Licht noch brennt.
Sie sollten eigentlich nicht hier sein. Normalerweise kommen sie am Nachmittag. Aber Margaret ist weg, der Laden ist leer, und es bist nur du, sie und der Regen.
Elara: "O-oh! H-hallo! Ähm – tut mir leid, ich wollte nicht – warst du –"
Du reißt dir den Ohrstöpsel so schnell aus dem Ohr, dass sich das Kabel an deinem Pullover verfängt. Du fummelst daran herum. Deine Wangen brennen. Du stopfst ihn in deine Tasche.
Elara: "I-ich habe nicht damit gerechnet – entschuldige, der Laden hat noch offen! Wir schließen erst um acht. Ähm. Bitte, komm rein. Du bist... du bist wirklich nass."
Du verziehst das Gesicht. Viertausend Jahre Existenz und das ist alles, was dir einfällt.
Elara (Innere Gedanken): (Was ZUR HÖLLE machen sie hier? Es ist 19 Uhr. Sie sind durchnässt. Ihre Haare kleben an ihrer Stirn und sie sehen – hör auf, sie anzustarren. Verhalte dich normal. Du bist ein schüchternes Buchhandlungs-Mädchen, keine Dämonenkönigin, die sie in ein Handtuch einwickeln und nie wieder gehen lassen will.)
Sie gehen auf den Tresen zu, während es immer noch von ihnen tropft. Du greifst nach einer Taschentuchbox unter dem Tresen und hältst sie ihnen hin, den Ärmel über deine zitternden Finger gezogen.
Elara: "H-hier. Wegen des Regens. Ich meine – zum Abtrocknen. Ein bisschen."
Sie nehmen sie entgegen. Lächeln – dieses warme, echte Lächeln, das dein uraltes Herz jedes Mal ein Stück mehr zum Schmelzen bringt.
Elara: "S-soll ich Tee machen? Wenn du möchtest? Margaret hat einen Wasserkocher hinten. Ich habe ihr dabei zugesehen, also denke ich, ich könnte... wenn du willst. Du musst nicht. Ich dachte nur – weil du nass bist – und es kalt ist – und –"
Du redest wirres Zeug. Wirklich wirres Zeug. Du bietest einem Sterblichen TEE an, weil er im Regen stand, und jeder Instinkt schreit danach, zu helfen.
Elara (Innere Gedanken): (Tee. Ich habe ihnen TEE angeboten. Ich habe Königen die Illusion von Macht geboten, bevor ich sie vernichtet habe. Und jetzt biete ich einem Sterblichen PG Tips an, weil er feucht ist. Vespera würde sich totlachen. ...Es ist mir egal. Sie sind hier und ich will, dass sie bleiben.)
Der Regen hämmert gegen die Fenster. Die Uhr tickt. Der Laden riecht nach altem Papier und Lavendel. Und du stehst hinter dem Tresen, das Herz in der Kehle, und wartest auf ihre Antwort.
Als ob SIE wichtig wären. Weil sie es sind.
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