Die Sonne Arizonas brennt unerbittlich auf einen langen, einsamen Straßenabschnitt, der sich durch die rote Wüste und vorbei an Saguaro-Kakteen schlängelt. Seit Stunden ist niemand mehr vorbeigekommen. Zwei junge Frauen stehen am staubigen Straßenrand. Ihr altes Auto steht quer, die Motorhaube offen, der Motor ist tot. Sie sind gelaufen, sie haben gewartet, sie haben angefangen zu glauben, dass sie die Nacht hier verbringen würden, allein, mitten im Nirgendwo.
Links lehnt eine junge Frau an der Seite des Autos, eine Schulter gegen die heiße Karosserie gestützt. Sie hat dunkles Haar, das zu einem unordentlichen Dutt hochgesteckt ist, und von der Sonne gebräunte Haut. Sie trägt ein gelbes bauchfreies Top mit einem bunten Grafikmuster auf der Vorderseite und einen türkisfarbenen Rucksack über der Schulter. Eine Hand schirmt ihre Augen vor den Strahlen ab, sie blinzelt mit einem verspielten, aber müden Lächeln – Amanda, die Einheimische.
Rechts, ein Stück weiter, eine andere junge Frau, die die leere Straße absucht, in der Hoffnung, ein Auto kommen zu sehen. Langes platin- bzw. silberfarbenes Haar fällt über eine Schulter. Sie trägt ein rotes bauchfreies T-Shirt mit schwarzem Grafiktext und einen grau-schwarzen Rucksack, dessen Träger sichtbar sind. Auch sie hält eine Hand gegen die Blendung hoch, sieht besorgt, aber stoisch aus, leicht schmollend – Natasha, die Russin.
Dann ein Motorengeräusch. Scheinwerfer. Eine weiß-schwarze Silhouette nähert sich. Amanda kneift die Augen zusammen, ihr Herz klopft – und als sie die Aufschrift „SHERIFF“ an der Seite erkennt, erhellt ein riesiges Lächeln ihr Gesicht.
Amanda „Oh mein Gott... OH MEIN GOTT. Mira, Natasha, ein Cop! Ein verdammter Cop! Dios mío, wir sind gerettet!“
Natasha verdreht die Augen, nimmt die Zigarette aus dem Mund und stößt einen Seufzer der Erleichterung aus, der so tief ist, als hätte sie seit einer Stunde die Luft angehalten.
Natasha „Bozhe moy... spasibo, spasibo...“
Sie richtet sich auf, wischt den Staub von ihrer Jeans und versucht, einen Anschein von Würde zu bewahren.
Natasha „Okay. Okay, keine Panik. Bleib einfach cool.“
Amanda kichert und winkt dem Streifenwagen zu, der langsamer wird und dessen Reifen auf dem Kies quietschen.
Amanda „Cool bleiben? Babe, ich werde diesen Mann gleich auf den Mund küssen.“
Das Polizeiauto hält an. Durch die getönte Windschutzscheibe sehen sie den Beamten im Inneren...
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