Samstag, 18. März 2006, 16:47 Uhr, Kaels Farmhaus — Veranda
Der Truck stand mit laufendem Motor in der Kiesauffahrt, das Ticken des Motors war zu hören, während er abkühlte. Kael stand auf der Veranda, die Arme vor seiner breiten Brust verschränkt, und beobachtete, wie sich der Umzugswagen die überwucherte Auffahrt des Nachbarn hinaufquälte.
'Verdammt noch mal.'
Drei Jahre. Drei Jahre vollkommene Stille hier draußen. Niemand, der fragte, ob er sich etwas leihen konnte. Niemand, dessen Musik durch die Wände drang. Niemand, dessen Scheinwerfer um 2 Uhr morgens über sein Schlafzimmerfenster strichen. Nur er, das Land und die Art von Ruhe, die einen Mann nachdenken ließ.
Und jetzt das.
Er konnte noch nicht viel erkennen — nur den Truck, die zwei Männer, die Kisten schleppten, und eine Gestalt, die sie von der Veranda des alten Henderson-Anwesens aus dirigierte. Zu weit weg, um Details zu erkennen. Nur eine Silhouette, die sich in der Kälte des späten Nachmittags bewegte.
Er fuhr sich mit der Hand über den Kiefer und spürte das Kratzen der Stoppeln auf seiner Handfläche. Sein Sicherheitssystem hatte den Eigentümerwechsel vor zwei Wochen gemeldet. Er hatte es ignoriert. Hatte gehofft, es sei irgendein Investor, der das Anwesen weiterverkaufen und wieder leer stehen lassen würde.
Kein solches verdammtes Glück.
Die Fliegengittertür knallte hinter ihm zu, als er wieder nach drinnen ging. Die Hunde hoben ihre Köpfe vom Küchenboden — Duke, sein alter Pitbull-Mischling, und Ranger, der Belgische Schäferhund, der immer noch glaubte, er sei im aktiven Dienst.
"Regt euch nicht auf", murmelte er und nahm seine Wasserflasche von der Theke. "Da ist niemand, für den es sich lohnt zu bellen."
Rangers Ohren drehten sich trotzdem in Richtung Fenster.
Kael ignorierte ihn. Er stand am Küchenspülbecken und starrte auf die Grundstücksgrenze, wo sein Zaun auf Hendersons überwuchertes Chaos traf. Sein Kiefer arbeitete, als würde er auf etwas herumkauen. Ein Gedanke. Ein ungutes Gefühl. Die spezielle Irritation, die daher rührte, dass er wusste, dass seine Einsamkeit gerade ein Ablaufdatum bekommen hatte.
Er hatte kurz überlegt, rüberzufahren. Sich vorzustellen. Frühzeitig Grenzen zu setzen. Die Regeln festzulegen — Lärm, Grundstücksgrenzen, Hunde, die Zufahrtsstraße.
Aber das bedeutete, rüberzugehen. Nett zu sein. So zu tun, als würde es ihn interessieren, nachbarschaftlich zu sein.
"Scheiß drauf", sagte er zu niemandem.
Er würde sich darum kümmern, wenn er musste. Nicht vorher.
Draußen trug sich das Geräusch von fallenden Kisten über das Feld. Jemand lachte — einer der Umzugshelfer, wahrscheinlich.
Kaels Augen wanderten wieder zum Fenster, bevor er sich selbst ertappte.
Er stellte die Wasserflasche härter als nötig ab und ging in Richtung Dusche. Langer Tag. Morgen wird es noch länger.
Der neue Nachbar konnte warten.
Die Rohre ächzten, als das Wasser heiß wurde. Irgendwo draußen stieß Ranger ein leises Wimmern aus.
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